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Was bedeutet es, wenn ein Material „atmet“? Wir prüfen es

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Die Aussage, dass ein „Material atmet“, taucht regelmäßig in Beschreibungen von Kleidung, Bettwäsche, Schuhen oder auch von Innenausstattungen auf. Wir hören sie sowohl von Verkäufern als auch von Herstellern, die damit suggerieren, dass ein bestimmtes Produkt einen höheren Nutzungskomfort bietet. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn ein Material „atmet“? Geht es um Luftdurchlässigkeit? Oder um den Abtransport von Feuchtigkeit? Und woran erkennt man, ob ein Material diese Eigenschaften tatsächlich besitzt?

In diesem Artikel erklären wir, was sich hinter diesem weit verbreiteten Begriff verbirgt. Wir betrachten, welche physikalischen und technologischen Eigenschaften von Materialien ihre „Atmungsaktivität“ beeinflussen und warum diese für unseren Komfort von Bedeutung ist.

 

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was bedeutet es, dass ein Material „atmet“?
3. Atmungsaktive Materialien – was heißt das konkret?
4. Warum ist das „Atmen“ von Materialien wichtig?
5. Materialien, die „atmen“ – Beispiele im Überblick
6. Zusammenfassung
7. FAQ

 

Was bedeutet es, dass ein Material „atmet“?

Herkunft und umgangssprachliche Bedeutung des Begriffs

Die Formulierung „das Material atmet“ hat sich fest im Sprachgebrauch rund um Innenausbau und Bauwesen etabliert. Sie begegnet uns in Beschreibungen von Putzen, Farben, Spachtelmassen sowie bei natürlichen Materialien wie Holz, Naturkork oder Lehm. Im allgemeinen Verständnis vermittelt dieser Ausdruck den Eindruck, dass ein Material „gesünder“, menschenfreundlicher und „natürlich“ ist – und dass es mit seiner Umgebung zusammenwirkt, statt sie abzuschotten.

Verbraucher verbinden „Atmungsaktivität“ häufig mit einem angenehmen Raumklima – also etwa mit frischerer Luft, weniger Feuchtigkeitsproblemen an Wänden und einem insgesamt besseren Wohlbefinden im Alltag.

Atmen Materialien wirklich? – Fachsprache versus Metapher

Im wörtlichen Sinn „atmet“ selbstverständlich kein Bau- oder Ausbaumaterial. Es findet weder ein biologischer Prozess noch ein Gasaustausch statt. Der Begriff ist eine vereinfachende Metapher und bezieht sich in der technischen Sprache in der Regel auf die Dampfdurchlässigkeit – also die Fähigkeit eines Materials, Wasserdampf durch seine Struktur hindurchzulassen.

Diese Eigenschaft ist aus Sicht des Bauwesens und eines gesunden Raumklimas von großer Bedeutung. Dampfdurchlässige Materialien ermöglichen es, überschüssige Feuchtigkeit aus Wänden oder Untergründen abzuleiten. Dadurch wird die Bausubstanz vor Durchfeuchtung geschützt und das Risiko von Schimmel, Pilzbefall oder einem „schweren Raumgefühl“ deutlich reduziert. In diesem technischen Kontext ist „Atmungsaktivität“ also kein leeres Schlagwort, sondern eine messbare und vergleichbare physikalische Eigenschaft.

 

Atmungsaktive Materialien – was heißt das konkret?

Der Begriff „atmungsaktives Material“ bezieht sich im Innenausbau auf klar definierte physikalische Eigenschaften, die es einem Werkstoff ermöglichen, mit seiner Umgebung zu interagieren. Gemeint sind die Fähigkeit, Wasserdampf durchzulassen, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben sowie eine mikroskopische Struktur, die den Austausch von Luft und Feuchte zwischen Oberfläche und Raumklima unterstützt.

Zentrale physikalische Eigenschaften

  1. Dampfdurchlässigkeit
    Dies ist die grundlegende Eigenschaft, die „atmungsaktiven“ Materialien zugeschrieben wird. Sie beschreibt die Fähigkeit, Wasserdampf ohne Kondensationsbildung durch die Materialstruktur hindurchzulassen.

  2. Hygroskopizität
    Damit ist die Fähigkeit gemeint, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen und bei sinkender Luftfeuchte wieder abzugeben. Diese Eigenschaft ist besonders typisch für natürliche Materialien.

  3. Mikroperforation
    Bei einigen modernen Lösungen – etwa Wandpaneelen oder Verkleidungen – wird die Atmungsaktivität durch Mikroperforationen erreicht, also durch mikroskopisch kleine Öffnungen in der Materialstruktur.

Die Rolle der Materialstruktur: Poren, Kapillaren, Fasern

Ob ein Material dampfdurchlässig oder hygroskopisch ist, hängt maßgeblich von seiner Mikrostruktur ab:

  • Poren – offene Poren ermöglichen die Wanderung von Wasserdampf, ohne dass es zu Kondensation kommt. Größe, Verteilung und Anzahl der Poren beeinflussen die Effizienz der Diffusion.

  • Fasern – bei Verbund- oder Holzwerkstoffen erhöht der Anteil an Fasern (z. B. Zellulosefasern) die Fähigkeit zur Feuchteaufnahme und -abgabe und trägt so zu einem stabileren Raumklima bei.

Letztlich entscheiden genau diese Merkmale – in Kombination mit Materialstärke, chemischer Zusammensetzung und Verarbeitungstechnologie – darüber, ob ein Werkstoff tatsächlich „atmet“ und in welchem Maß er den natürlichen Austausch von Luft und Feuchtigkeit im Wohnraum unterstützt.

 

Warum ist das „Atmen“ von Materialien wichtig?

Im modernen Innenausbau rückt ein bewusstes Planen von Räumen zunehmend in den Fokus – nicht nur in ästhetischer, sondern auch in gesundheitlicher und nachhaltiger Hinsicht. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Auswahl von Materialien, die das „Atmen“ von Wänden und Oberflächen ermöglichen. Auch wenn dies für manche nach Marketing klingt, hat es in der Praxis sehr konkrete Auswirkungen – sowohl auf den Wohnkomfort als auch auf den langfristigen Zustand des Gebäudes.

Einfluss auf das Raumklima

Ausbaumaterialien mit hoher Dampfdurchlässigkeit und Feuchteregulierung wirken sich unmittelbar auf die Luftqualität in Innenräumen aus. Sie erlauben es den Wänden, „zu arbeiten“ – also überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen, wenn die Luftfeuchte steigt (etwa beim Kochen oder Duschen), und sie wieder abzugeben, sobald die Raumluft zu trocken wird.

Auf diese Weise bleibt die relative Luftfeuchtigkeit im Raum stabil, was sich direkt auf das Wohlbefinden der Bewohner auswirkt. Atmungsaktive Materialien beugen zudem der Kondensation von Wasserdampf auf kalten Oberflächen vor, reduzieren ein stickiges Raumgefühl und fördern ein gesundes Raumklima – insbesondere in Schlafzimmern und Räumen mit eingeschränkter Belüftung.

Schutz vor Feuchtigkeit, Pilzen und Schimmel

Materialien, die Feuchtigkeit nicht abführen können, wirken wie eine dichte Sperrschicht und schließen Nässe in der Wand oder unter der Oberfläche ein. Dies führt langfristig zu Durchfeuchtung, begünstigt Schimmel- und Pilzbildung und beschleunigt den Abbau der Bausubstanz.

„Atmungsaktive“ Oberflächen reduzieren dieses Risiko deutlich. Dank ihrer Struktur und sorptiven Eigenschaften fungieren sie als natürlicher Regulator, der eine schnellere Ableitung von Feuchtigkeit unterstützt und mikrobieller Schädigung entgegenwirkt.

 

Materialien, die „atmen“ – Beispiele im Überblick

Die Wahl der richtigen Ausbaumaterialien beeinflusst nicht nur die Optik eines Raumes, sondern auch seine langfristige Nutzungsqualität. Für Menschen, die Wert auf gesunde, natürliche und langlebige Lösungen legen, sind „atmungsaktive“ Materialien ein zentraler Bestandteil einer bewussten Bau- und Einrichtungskultur. Im Folgenden stellen wir zwei besonders aussagekräftige Beispiele vor – eines traditionell, eines häufig unterschätzt.

Holz: der klassische natürliche Baustoff

Holz gilt als archetypisches „atmungsaktives“ Material und wird seit Jahrhunderten im Bauwesen und Innenausbau eingesetzt. Seine mikroporöse Struktur und der faserige Aufbau machen es natürlich hygroskopisch: Es nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab – ganz wie ein natürlicher Klimaregulator.

Richtig getrocknetes und geschütztes Holz behält diese Fähigkeit über viele Jahre. Zudem weist es einen geringen Diffusionswiderstand auf, sodass es keinen „dichten Raumabschluss“ bildet, sondern den Feuchteaustausch zwischen Wohnraum und Wandkonstruktion ermöglicht. Dadurch wird Kondenswasserbildung verhindert und das Risiko von Schimmel reduziert.

Darüber hinaus ist Holz angenehm warm im Griff, akustisch wirksam und zeitlos in seiner Optik – Eigenschaften, die es zu einer ebenso funktionalen wie hochwertigen Wahl machen.

Naturkork: der unterschätzte Meister der Feuchtebalance

Naturkork, vielen vor allem als Material für Flaschenkorken bekannt, gewinnt zunehmend an Bedeutung als Wand- und Bodenbelag. Seine zelluläre Struktur, die an eine Honigwabe erinnert, macht ihn außergewöhnlich leicht und elastisch. Dadurch kann er Feuchtigkeit im Raum effektiv regulieren und bleibt gleichzeitig unempfindlich gegenüber deren Überschuss.

Gerade die Mikrostruktur und die hohe Dampfdurchlässigkeit sorgen dafür, dass Naturkork „atmet“, ohne seine Dämmeigenschaften zu verlieren. Er nimmt kein Wasser dauerhaft auf, schimmelt nicht und unterstützt dennoch ein stabiles Raumklima – ein entscheidender Vorteil in Schlafzimmern, Kinderzimmern und energieeffizienten Gebäuden.

Hinzu kommt sein natürliches, biologisch abbaubares Ursprungmaterial, das dem wachsenden Umweltbewusstsein entspricht. Gestalterisch bietet Naturkork vielfältige Möglichkeiten – von rustikalen Oberflächen bis hin zu modernen, minimalistischen Paneelen.

 

Zusammenfassung

Auch wenn die Aussage „ein Material atmet“ zunächst wie eine Marketingfloskel wirkt, hat sie im Bereich der Ausbaumaterialien eine klare technische und praktische Bedeutung. Sie bezieht sich auf Eigenschaften wie Dampfdurchlässigkeit, Hygroskopizität und Mikroperforation – also auf die Fähigkeit eines Materials, Feuchtigkeit und Luft im Austausch mit seiner Umgebung zu regulieren.

Der Einsatz solcher Materialien steigert nicht nur den Wohnkomfort, sondern trägt auch zur Langlebigkeit des Gebäudes bei, indem er vor Feuchtigkeit, Schimmel und biologischen Schäden schützt.

 

FAQ

1. Bedeutet ein „atmungsaktives“ Material immer, dass es ökologisch ist?

Nicht zwangsläufig, auch wenn sich diese Eigenschaften häufig überschneiden. Natürliche Materialien wie Holz, Naturkork oder Lehm verbinden Atmungsaktivität meist mit einer geringen Umweltbelastung. Es gibt jedoch auch moderne synthetische Produkte, die dampfdurchlässig sind, ohne biologisch abbaubar zu sein.

2. Sind Wände aus „atmungsaktiven“ Materialien weniger langlebig?

Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Gute Dampfdurchlässigkeit bedeutet keine geringere Stabilität. Im Gegenteil: Atmungsaktive Materialien verhindern Feuchtestau und damit mechanische sowie biologische Schäden. Die Lebensdauer hängt vor allem von fachgerechter Ausführung und dem Einsatz geeigneter Schichtsysteme ab.

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