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Der weltweit größte Emittent bremst Emissionen dank erneuerbarer Energien. Wie geht es weiter?

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Gemeint sind natürlich China – ein Land, das seit Jahren der weltweit größte CO₂-Emittent ist und zugleich zu den zentralen Akteuren der globalen Wirtschaft zählt. Genau dort richtet sich heute die Aufmerksamkeit von Klima-, Energie- und Politikanalysten, denn alles, was mit den chinesischen Emissionen geschieht, hat unmittelbare Auswirkungen auf den Rest der Welt.

In den vergangenen Monaten sind Daten aufgetaucht, die noch vor Kurzem als wenig wahrscheinlich galten: Die CO₂-Emissionen Chinas sind seit über einem Jahr weitgehend stabil oder gehen leicht zurück, statt – wie zuvor – weiter zu steigen. Wichtig dabei: Dies ist weder eine Folge der Pandemie noch von Lockdowns oder eines abrupten wirtschaftlichen Einbruchs.

In diesem Artikel schauen wir uns an, was sich in China konkret verändert hat, warum das weltweit relevant ist und weshalb saubere Energie allein nur einen Teil der Lösung darstellt.

 

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist eigentlich passiert?
3. Energiewende ist nur die halbe Lösung
4. Korkeiche: ein Wald, der für das Klima arbeitet
5. Naturkork als Kohlenstoffspeicher – nicht nur ein Ausbauwerkstoff
6. Zusammenfassung
7. FAQ

 

Was ist eigentlich passiert?

Kurz gesagt: Seit etwa 2024 steigen die CO₂-Emissionen in China nicht mehr an und liegen in vielen Monaten sogar leicht unter dem Vorjahresniveau. Das deutet auf den möglichen Beginn eines dauerhaften Rückgangs hin. Damit unterscheidet sich die aktuelle Entwicklung grundlegend von früheren Emissionsrückgängen, etwa während der COVID-19-Pandemie, als niedrigere Emissionen vor allem das Ergebnis von Lockdowns, geringerer Produktion und eingeschränktem Verkehr waren.

Dieses Mal wächst die chinesische Wirtschaft weiter, auch der Energiebedarf nimmt zu – und dennoch wurde das Emissionswachstum gebremst und teilweise sogar umgekehrt. Hauptgrund dafür ist der rasante Ausbau erneuerbarer Energien, die Kohle zunehmend als wichtigste Quelle für neue Stromerzeugung verdrängen. Hinzu kommen Veränderungen in Industrie und Verkehr. Der dynamische Ausbau von Photovoltaik, Windenergie, Kernkraft und Energiespeichern führt dazu, dass ein immer größerer Teil des zusätzlichen Strombedarfs emissionsfrei gedeckt wird.

Warum sind China für die ganze Welt so wichtig?

Die Bedeutung Chinas lässt sich kaum überschätzen. Das Land ist für rund 30 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich – mehr als alle Staaten der Europäischen Union zusammen. Das bedeutet, dass selbst eine Veränderung um nur ein Prozent in China global gesehen hunderte Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr ausmacht.

Gleichzeitig investieren die Chinesen in einem Umfang, der weltweit seinesgleichen sucht. Innerhalb eines einzigen Jahres installieren sie Hunderte Gigawatt neuer Wind- und Solarkapazitäten – mehr, als viele Länder in einem ganzen Jahrzehnt aufbauen. Die Wirkung reicht weit über das eigene Energiesystem hinaus: Die Massenproduktion von PV-Modulen, Turbinen, Batterien und OZE-Komponenten in China hat die globalen Technologiekosten gesenkt und die Energiewende auch in Europa, den USA und in Entwicklungsländern beschleunigt.

Deshalb ist die aktuelle Abflachung und der lokale Rückgang der Emissionen in China mehr als nur eine interessante Randnotiz. Sie könnten ein Signal für eine veränderte globale Entwicklung sein – sofern sich dieser Trend fortsetzt. Die Entwicklung zeigt, dass die Energiewende selbst im emissionsintensivsten und am stärksten industrialisierten Land der Welt funktionieren kann. Zugleich macht sie deutlich, dass nach Erfolgen im Energiesektor die nächste Frage gestellt werden muss: Was ist mit Industrie, Materialien und der Aufnahme von bereits ausgestoßenem CO₂?

 

Die Energiewende ist nur die halbe Lösung

Der Rückgang der Emissionen in China zeigt, dass saubere Energie funktioniert. Wind, Sonne und Kernkraft können die Menge an CO₂, die in die Atmosphäre gelangt, selbst in einem Land mit enormem Strombedarf spürbar reduzieren. Doch das ist nur eine Seite der Gleichung.

Das Problem besteht darin, dass Emissionen nicht alles sind, was bereits freigesetzt wurde. In der Atmosphäre befindet sich heute eine gewaltige Menge CO₂, die sich über Jahrzehnte der Verbrennung fossiler Energieträger angesammelt hat. Selbst wenn morgen die ganze Welt auf emissionsfreie Energie umstellen würde, würde dieser „historische“ Kohlenstoff das Klima noch über viele Jahrzehnte beeinflussen.

Deshalb reicht die Energiewende allein – so zentral sie auch ist – ohne zwei weitere Bausteine nicht aus:

  • die Aufnahme von CO₂, das sich bereits in der Atmosphäre befindet,

  • sowie einen Wandel der Materialien, aus denen wir Häuser, Städte und Infrastruktur bauen.

Gerade Materialien – Beton, Stahl, Kunststoffe – verursachen heute einen erheblichen Teil der globalen Emissionen. Selbst bei grüner Energie ist ihre Herstellung häufig weiterhin sehr emissionsintensiv. Wer also ernsthaft von Klimaneutralität sprechen will, muss nicht nur die Energiequellen betrachten, sondern auch die Frage stellen, woraus und wie wir bauen.

Natur als fehlendes Element der Klimastrategie

An dieser Stelle kommt die Natur ins Spiel – nicht als abstraktes Konzept, sondern als konkretes Klimainstrument. Wälder, Böden und Ökosysteme wirken als natürliche CO₂-Senken, ganz ohne komplexe Technik oder aufwendige Infrastruktur.

Bäume binden Kohlenstoff in ihrer Biomasse, Böden speichern ihn in organischer Substanz, und gut bewirtschaftete Ökosysteme können CO₂ über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte halten. Entscheidend ist dabei, dass diese Prozesse mit wirtschaftlicher Nutzung vereinbar sein können, sofern sie langfristig und regenerativ gestaltet werden.

Deshalb wird immer häufiger betont, dass eine wirksame Klimastrategie Folgendes verbinden muss:

  • Emissionsminderung an der Quelle (Energie, Industrie),

  • Kohlenstoffaufnahme (Natur),

  • sowie Materialien, die nicht nur weniger emittieren, sondern Kohlenstoff auch speichern können.

 

Korkeiche: ein Wald, der für das Klima arbeitet

Die Korkeiche ist eines der wenigen Beispiele für einen Wald, der nicht gefällt werden muss, um Rohstoffe zu liefern. Im Gegenteil: Je länger sie lebt, desto besser erfüllt sie ihre klimatische Funktion. Genau deshalb gelten Korkeichenwälder heute immer häufiger als Modell für die Verbindung von Wirtschaft und Klimaschutz.

Die Rinde der Korkeiche wird in regelmäßigen Abständen geerntet, meist alle 9 bis 12 Jahre, ohne den Baum zu schädigen. Eine Korkeiche kann 150 bis 200 Jahre alt werden und bleibt über diese gesamte Zeit ein aktiver CO₂-Speicher. Nach jeder Ernte intensiviert der Baum zudem die Neubildung der Rinde – was zu einer erhöhten Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre führt.

In der Praxis wirkt ein Korkeichenwald wie ein langfristiges CO₂-Aufnahmesystem. Die Bäume speichern Kohlenstoff nicht nur im Holz und in den Wurzeln, sondern vor allem in der regelmäßig erneuerten Rinde. Das unterscheidet sie von klassischen Wirtschaftswäldern, bei denen die Kohlenstoffbindung oft mit der Abholzung endet.

Hinzu kommt, dass es sich wirtschaftlich nicht lohnt, Korkeichenwälder zu roden. Ihr größter Wert liegt in der langfristigen Nutzung, nicht im einmaligen Holzgewinn. Dadurch bleiben ganze Ökosysteme – Böden, Vegetation und Mikroorganismen – stabil, und der gespeicherte Kohlenstoff gelangt nicht zurück in die Atmosphäre.

Das Ergebnis: Mit jedem weiteren Erntezyklus nehmen Korkeichenwälder mehr CO₂ auf, statt ihre Speicherfähigkeit zu verlieren. Es ist eines der seltenen Systeme, in denen Wirtschaft und Klima in dieselbe Richtung wirken: Der Erhalt des Waldes sichert sowohl einen stetigen Rohstofffluss als auch einen wachsenden Klimaeffekt.

 

Naturkork als Kohlenstoffspeicher – nicht nur ein Ausbauwerkstoff

Wenn wir an Kork denken, kommt uns meist ein natürliches, warmes, akustisch wirksames oder ästhetisches Material in den Sinn. Seine wichtigste Eigenschaft aus klimapolitischer Sicht ist jedoch weniger offensichtlich: Naturkork ist ein physischer Kohlenstoffspeicher.

Jedes Produkt aus Naturkork enthält CO₂, das der Baum zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Dieser Kohlenstoff bleibt über die gesamte Nutzungsdauer – oft mehrere Jahrzehnte – in der Materialstruktur gebunden. Solange sich der Naturkork in Wänden, Böden oder Fassaden befindet, gelangt dieser Kohlenstoff nicht zurück in die Atmosphäre.

Damit kehrt sich die klassische Logik von Baustoffen um. Bei Beton, Stahl oder Kunststoffen entstehen die Emissionen vor allem in der Produktionsphase, während das fertige Produkt keinen positiven Klimaeffekt mehr hat. Naturkork funktioniert anders:

  • er stammt aus einem erneuerbaren Rohstoff,

  • er erfordert keine Fällung des Baumes,

  • und das Endprodukt wird zur Verlängerung des Waldes im urbanen Raum.

Gerade bei Korkdämmungen, Bodenbelägen oder Wandverkleidungen ist dieser Effekt besonders relevant. Gebäude sind dann nicht mehr ausschließlich Emissionsquellen, sondern übernehmen zusätzlich die Rolle passiver Kohlenstoffspeicher. Hinzu kommt, dass viele Naturkorkprodukte einen sehr geringen Produktions-CO₂-Fußabdruck haben oder sogar eine negative Bilanz aufweisen – die vom Baum gebundene CO₂-Menge übersteigt die Emissionen der Verarbeitung.

In der Praxis bedeutet das: Die Wahl von Naturkork ist nicht nur eine ästhetische oder funktionale Entscheidung. Sie ist zugleich eine konkrete klimapolitische Maßnahme, die ein Ausbauelement in einen dauerhaften Kohlenstoffträger verwandelt. In einer Welt, in der immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, können genau solche Materialien darüber entscheiden, ob der Bausektor klimaneutral wird – oder lediglich „weniger emissionsintensiv“.

 

Zusammenfassung

Der Rückgang der CO₂-Emissionen in China ist ein wichtiges Signal: Die Energiewende beginnt selbst dort zu wirken, wo die Herausforderung am größten ist. Enorme Investitionen in erneuerbare Energien zeigen, dass Emissionsminderungen möglich sind, ohne das wirtschaftliche Wachstum zu bremsen. Das verändert die globale Entwicklung und liefert Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Gleichzeitig macht dieses Beispiel die Grenzen einer rein energetischen Perspektive deutlich. Selbst die schnellste Dekarbonisierung der Stromerzeugung löst nicht das gesamte Problem, wenn wir uns nicht mit Materialien und der Aufnahme von CO₂ befassen, das sich bereits in der Atmosphäre befindet. Genau hier kommt der Natur eine zentrale Rolle zu – nicht als Ergänzung, sondern als integraler Bestandteil der Klimastrategie.

Korkeichenwälder und Produkte aus Naturkork sind ein anschauliches Beispiel für diesen Ansatz. Sie verbinden Emissionsreduktion mit langfristiger Kohlenstoffspeicherung, während wirtschaftliche Nutzung den Erhalt des Ökosystems unterstützt statt ihn zu gefährden. Naturkork zeigt, dass Gebäude und Innenräume nicht nur weniger Emissionen verursachen, sondern aktiv zur Kohlenstoffbilanz beitragen können.

 

FAQ

1. Warum hat der Emissionsrückgang in einem einzigen Land globale Bedeutung?
China ist für rund 30 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Schon geringe prozentuale Veränderungen haben daher enorme globale Auswirkungen. Zudem beeinflusst Chinas Produktion von OZE-Technologien Preise und Tempo der Energiewende weltweit.

2. Worin unterscheiden sich Korkeichenwälder von klassischen Wirtschaftswäldern?
In Korkeichenwäldern werden keine Bäume gefällt, um Rohstoffe zu gewinnen. Es wird ausschließlich die Rinde geerntet, die nachwächst. Dadurch leben die Bäume sehr lange und steigern nach jeder Ernte ihre CO₂-Aufnahme.

3. Was kann ich als Planer oder Konsument konkret tun?
Nicht nur auf Energieeffizienz achten, sondern auch auf Herkunft und CO₂-Fußabdruck von Materialien. Die Entscheidung für Lösungen wie Naturkork überträgt globale Entwicklungen – von erneuerbaren Energien bis zur Emissionsminderung – auf konkrete, lokale Entscheidungen mit langfristiger Wirkung für das Klima.

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